Yousef

Stay Real.

In Credo der Woche, Literarisches Roulette on 07/09/2009 at 08:57

Brainstorming CenterZiele sind da um zerfetzt zu werden, hat mal jemand gesagt, der mit Zielen nicht viel anfangen konnte. Lance Armstrong war es sicher nicht. Ich sicher auch nicht.So pedantisch wie ich mit Zielen arbeite, so pedantisch ist Reich-Ranicki nicht mal mit dem Plusquamperfekt umgegangen. Für alle die nicht wissen was das ist: Eine kleine Maulfroschsorte ohne Kerne, die beim Überbacken knusprig bleibt. Perfekt eben. Aber zurück zum Thema: So ein Blog ist ja perfekt geeignet, mal Dinge loszuwerden, die man sich in der U-Bahn, im Flugzeug-Cockpit oder im Bundestag nicht laut zu sagen traut. Darum lasse ich gleich mal die Katze aus dem Sack und rufe Euch entgegen: Verfatzt Euch Ihr Elenden Opportunisten. Nieder mit den Fähnchen im Wind, ach was, Nieder mit dem Wind!  Du bist auch nicht besser als der schweinheilige Atomkraftgegner, die mit seinem 4x4er Landrover zur Demo braust. Ihr kriegt doch alle Geld dafür.

Man kriegt doch heute schon Geld dafür, wenn man CDs kauft. Ein neues Berufsbild aus der Musikbranche. Man kriegt Geld dafür wenn man mal in die Ecke scheißt und dem Haufen eine URL zuweist und dann kommt irgendeine schief gewickelte Banane und macht aus dem Haufen gleich „MeinHaufen.de“ und „MeinHaufen.de“ bekommt Risikokapital mit dem ein paar Freunde von dem, der in die Ecke gemacht hat, eingestellt werden. Natürlich gibt es Leute, die Geld dafür bekommen, die Mitarbeiter von MeinHaufen.de wegen fehlender Umsätze wieder zu entlassen – abgesehen was jene wiederum dafür bekommen entlassen zu werden. Kurzum: Der Haufen wird für noch mehr Geld dann wieder entsorgt. Dann kriegt ausserdem noch jemand Geld dafür, dass er die Ecke, die als Klo eingestzt wurde, wieder saubermacht.

Dieses Eco-System saugt ganz schön derbe, denn irgendwo her muss die Kohle ja kommen. Wenn also die ganze Bankmafia über Jahrzehnte soviel Geld aus dem Markt saugt, dann möchte man meinen, ist es nur fair, dass ein paar schlecht geduschte Nerds auch mal ein paar Millionen zum in-die-Ecke-Scheißen bekommen, doch was ist mit den ganzen armen Schluckern, Rentern, Mamis, Papis, die ihrer Wohnungsmieten/Häuserraten/Volvos/Schulgelder/Lebensmittel/Kokstütchen nicht mehr bezahlen können? Der soziale Abstieg ist ja heutzutage nicht viel langsamer als Usain Bolt, wenn man nicht das Glück hat ein schlechtegduschter Nerd zu sein, der das Glück hat einfach konsequent auf alles zu scheißen, was ihn von dem abbringt, was er am liebsten tut: In seinem speziellen Fall zum Beispiel seiner Internetsucht zu frönen um nach Anerkennung zu geifern. Und weil er das mit einer Inbrunst und Konsequenz macht, die nicht nur ihm selbst irgendwann mal weh tut und weil er damit scheinbar Erfolg hat, heißt das Credo der Woche diesmal unverblümt und -viel-zu-kompliziert-um-es-besser-zu-erklären:

KW 37/2009: „Stay Real.“

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