Yousef

Ich war gerade Soul Kitchen.

In Leinwandzauberei, Medien on 02/01/2010 at 23:21

Hamburg, irgendwann im Jetzt. Eine Geschichte die im Slapstick durch die erste Hälfte gradiert – das visuelle Äquivalent zum Popkornrascheln im Sitz nebenan. Soul Kitchen. Ein Restaurant, mehr eine Imbissbude in einer verkannten Hafenjuwele im Hamburger Mittebezirk. Die Regie seift das Geschehen ein, Astrafrech die Gesten und Situationen. Es geht um Gastro, Griechen, Brüder, Kleinkriminelle, um Frauen und Freundschaften. Eigentlich alles, was eine gute Akin Story so aufzubieten haben muss.

Vor allem mit einem Best of Fatih Akin – Cast, in dem die peinlichen Besetzungen vermieden wurden und wieder mal einige sehr talentierte Gesichter hinzugekommen sind. Doch braucht es einen langen Anlauf, bis die Handschrift des besten Storyteller deutscher Leinwände das Geschehen durchdringt. Je mehr Akin die Geschichte mit gekonnt inszenierten Klischeespäßchen würzt, welche real genug sind, um dem Milieu zu dienen und lustig genug, um die Story zu tragen, desto kurzweiliger wächst der Plot. Die Ereignisse krachen im richtigen Augenblick in Manier eines Guy Ritchie in sich zusammen, das sich lang anbahnende Übel lässt keinen Winkel des Szenarios aus und vertilgt die nett zubereitete Romantik des aufkeimenden Glücks mit einem Biss.

Es braucht viel Phantasie, die Akin ohne Zweifel besitzt, um den Spieß zu drehen und am Ende ist es gar der abfliegenden Knopf vom Hemd eines Obdachlosen, der durch Zufall in eine Bonbon-Dose fliegt, um das Schicksal aus Anstand zum Publikum und weil partout es kein Film für ein böses Ende ist, zu wenden.

Unterhaltung ist groß geschrieben, und da ich nun mal ein Fan gut erzählter Geschichten mit Happy End bin und manche seichte Pointe aufgrund meines völlig verdorbenen Humors sehr wohl feiern konnte, empfehle ich diesen Streifen sehr gern.

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