Yousef

Interpretation eines Sonntagmorgen

In Credo der Woche, Leben und so., Literarisches Roulette on 10/01/2010 at 21:50

Sie sind vorbeigejagt, die Wochen. Silvester in Berlin Filme schaun, Mund zu, Nase auf, das Jahr war um. NullNeun um die selbe Zeit standen die Sterne völlig anders, doch hat das angebrochene Jahr dazu beigetragen, die Karten zu mischen, wie Daisy die Flocken im Schneeparadies da draußen.

Sie sind vorbeigejagt, die schlechten Scherze. Prätentiöses Gewohlwolle wurde abtrainiert, Bücherwürmer gezüchtet für Anti Twitter Brain Aging Super Workouts, dazu noch ein Bisschen vegetarische Paste für das vertrocknete Champions League Abo.

Gibt es eigentlich noch Leute, die behaupten, keine Angst zu haben? Ich meine, da gibt es ja einiges von Phobien bis Paranoia von Neurosen bis Psychosen. Aber so als kleines Beispiel die Angst vor dem frühen Morgen. Frage mich manchmal, wie das Systembauteil funktionieren soll, wenn unbefleckte Provinzseelen in ihrem Leben zufällig mitbekommen, wie Hunderte von Leuten an einem gewöhnlichen Montagnachmittag in einer Bar25 steil gehen als wären sie beim kardinalen Genderfasching in irgendeiner schlecht vernetzten REM Phase aufgewacht. Wer macht da was falsch? Die? Du? Keiner? Jeder wie er will? Freiheit? Schwarzgelb liberal? Wahnsinn? Harz IV? Wieso falsch? Wieso Freiheit? Zumindest Wahnsinn, soviel steht fest.

Okay. Die Lektion ist schon ein alter Hut. Deswegen bau ich Sonntagmorgens lieber eine  neue Strecke mit der Brio-Eisenbahn als Spliffs zum Kühlaus.

RELAX.

Es ist Sonntag. Gedanken schweifen ab. Es gibt zwar viel zu tun, doch noch viel weniger zu stressen. Das wusste ich 2005 schon. Seit dem sind 5 Jahre vergangen. Jetzt und offiziell.

Auf das die Ruhe uns begleitet, auf dieser Reise in eine Dekade, die nicht gerade beim Miss Understatement Contest mitmacht. Mit ihrem subtil schiefen Grinsen sieht sie gar nicht so scheiße aus, wie man glauben mag, doch Technologisch ist alles auf der Spur.

Ja, ich mag den Saft dieses Sonntagmorgens. Das Duften der Wassermelone, die ich entgegen meiner Auffassung zu Klimaschutz mitten im Winter aus Brasilien fies teuer mit CO2 Tonnen importiert im Rewe bekommen hab. Es ist wichtig Fehler zu erkennen. Auch wenn sie so verdammt gut schmecken.

Ja, ich mag dieses Jahr. Auch wenn ich fast erstickt wäre an einer fiesen Laryngitis. Ich mag den Geruch des neuen, aber anders als sonst, ungefähr so, wie ich den Herbst letztes Jahr erstmals richtig genießen konnte. Und jetzt dieser weiße Januar. Wahnsinn.

Daher hier das Credo der Woche.

KW2/2010: „»Jetzt« ist das neue »Morgen«“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: